Chronik

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Die Pflichtfeuerwehr hatte auch viele Einsätze. Im Jahre 1905 gab es eine Brandserie. An jedem Sonntagabend brannte es im Bereich von H. Böhms Scheune in Tespe bis Lorenz Peters in Elbstorf, dessen Wohn- und Wirtschaftsgebäude abbrannte. In diesem Bereich war sonntags abends irgendwo der rote Hahn auf dem Dach, größtenteils in Marschacht. Die Kinder mussten deshalb sonntags abends mit voller Kleidung ins Bett. In Marschacht ist damals abgebrannt: Das Pfarrhaus, die Wohnhäuser von Joh. Schulz und Ewald Stuben, die Scheune von Bernhard Vick und der Schweinestall von Hermann Sahling. Das waren einige aus der Serie, die dadurch zu Ende ging, daß man den Täter vor Gericht überführte. Angeblich war er von Ziegeleien zur Brandstiftung angeheuert, um die Wirtschaft damals  anzukurbeln. Einen Feuerteufel, wie man ihn heute nennt, gab es also schon um die Jahrhundertwende bei uns am Elbdeich.

Dann folgte 1917 die Brandkatastrophe von Rönne. Es begann in Niedermarschacht am Ortsende, wo jetzt Werner Flindt wohnt, und endete mit der Scheune von Hermann Cordes in Schwinde, jetzt G. Bleeken. Wenn man bedenkt, daß alte Männer, Frauen und Kinder gegen diese Feuerwalze ankämpften; das beste Mannesalter stand ja schon im 3. Jahr an der Front, der erste Weltkrieg tobte. Erst das Eingreifen der Hamburger Feuerwehr beendete diese Katastrophe. Der Anlas zur Wiedergründung der Freiwilligen Feuerwehr 1930 waren die großen Brände 1929 und 1930 in Tespe.

Zeitung feugr 7juni 1929

Am 6. Juni 1929 brannte das Wohn- und Wirtschaftsgebäude von Heinrich Block, das Wohnhaus mit Nebengebäuden von Hermann Schmuchler und das Wohnhaus mit Nebengebäuden von Ernst Krüger ab. Die Gebäude von Hermann Gade, Martin Jürgens und Hermann Nack waren in Brand geraten, konnten aber gerettet werden. Am 12. Juni 1930 brannten das Wohn- und Wirtschaftsgebäude von R. Hörn, vormals Peter Block, und die Scheune von Heinrich Block vollkommen ab.

Zeitung feugr 13juni 1929

Am nächsten Tag, dem 13. Juni 1930, ging es gleich weiter. Das Wohnhaus von Heinrich Mahnke, das Wohnhaus von Heinrich Röhrhop und das Wohn- und Wirtschaftsgebäude von Ludwig Röhr brannten ab. Unsere alte Amtssprütze war diesem Streß nicht mehr gewachsen, und somit war auch das Ende der Pflichtfeuerwehr gekommen; es musste neu begonnen werden.
Hierzu heißt es im Gründungsprotokoll: Der damalige Gemeindevorsteher, Franz Schütt, rief die männlichen Einwohner im Alter von 18 bis 60 Jahren zu einer Aussprache über die Bildung einer Freiwilligen Feuerwehr zusammen.

1930 Gruppenfoto FF Tespe

In einer zweiten Versammlung, am 28. Juni 1930, wurde dann mit 60 Kameraden die Freiwillige Feuerwehr gegründet. Bei der Wahl des Wehrführers am 5. Juli 1930 wurde Herbert Vick

statuten ff tespe 1930OBM1930SW

zum Hauptmann und Heinrich Schwabe zu seinem Stellvertreter gewählt. Die Wehr gliederte sich in einen Steigerzug und 3 Löschzügen. Den ersten Steigerzug führte Theodor Schutt,  den  ersten  Löschzug Carl Stubbendorf, den zweiten Löschzug Heinrich Bissen und den dritten Löschzug Heinrich Schwabe. Zum Schriftführer wurden Benno Meyer und zum Kassierer Franz Schutt gewählt. Im September 1930 wurde von der Gemeinde eine 800 l Motorspritze, Marke Flader, mit 400 m B-Schlauch und 200 m C-Schlauch gekauft.

Das neue Gerät wurde am 10. Oktober 1930 von Kreisbrandmeister Hermann Hahn aus Melbeck abgenommen. Im November 1930 wurde die Wehr mit Uniformen ausgerüstet, und der erste Einsatz kam schon bald. Am 22. Februar 1931 brannte das Wohnhaus von Otto Lunow in Tespe ab, und nun ging es Schlag auf Schlag, alles im Jahre 1931: Am 24. März 1931 das Häuslingshaus von Ernst Zeyn in Tespe am 14. April 1931 das Wohnhaus von Stellmacher in Bütlingen am 4. Mai 1931 das Stallgebäude von H. Twesten in Niedermarschacht am 13. Juli 1931 das Wohn- und Wirtschaftsgebäude von Paul Rehr in Bütlingen am 21. Juli 1931 die Scheune von Peter Meyer in Tespe am 24. August 1931 das Wohn- und Wirtschaftsgebäude von Robert Vick in Tespe am 17. September 1931 das Wohnhaus von Conrad Kupfer in Tespe am 18. Oktober 1931 die Scheune von Paul Nack in Bütlingen.

Dann wurde der Fall von Brandstiftung aufgeklärt. Es erging ein hartes Urteil, das wie ein Schock gewirkt haben muß, denn im Jahr 1932 brauchte die Wehr zu keinem Einsatz auszurücken. Die Brandseuche am Elbdeich war beendet, so schrieb damals die Lüneburger Zeitung. Am 3. Januar 1933 Brand des Wohnhauses von Peter in Obermarschacht am 19. August 1933 Brand des Häuslingshauses von Wilhelm Meyer, Tespe Im Jahre 1934 und 1935 war kein Brandeinsatz.

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